Ehrlich gesagt, weiss ich nicht wie lange dieser Text wird oder ob ich überhaupt was schreiben soll. Erzählen von meinem unspektakulärem Alltag, das scheint mir angesichts dessen, was gestern passiert ist, irgendwie falsch. So eine schöne Stadt, so viel Gewalt und der sinnlose Tod von Menschen.

Die vielen “Augenzeugen”-Videos, die kursierten. Ich hab nicht eines davon angesehen. Informiert hab ich mich, aber nicht so. Menschen, denen ich auf Twitter folge, empfinden das wohl ähnlich. Es ist leicht, auf Social Media in einen negativen Sog zu geraten. Schlechte Nachrichten konsumieren, wiederkäuen, hinschauen auf das Grauen, das dich nicht getroffen hat. Mich macht dieses Terror-Spektakel müde.

Ob mein Kind mit Videos oder blutigen Bildern von der Attacke in Wien konfrontiert wird? Sehr gut möglich. Ein Foto, ein Video im Chat oder auf dem Smartphone eines Kumpels und schon ist es passiert. Mittendrin im Schrecken und der Unmenschlichkeit.

Deswegen habe ich vor der Schule darüber gesprochen. Keine Spekulationen, die wichtigsten Fakten. Besser die schlimme Nachricht kommt von mir.

In was für einer Welt leben wir eigentlich und in welchen Zeiten?

In diesen.